Zur Navigation

Potosí – Sucre – Uyuni

Während der letzten Woche hatte ich Potosí als Basis für Aktivitäten. Von Potosí aus unternahm ich Exkursionen – nach Sucre und Uyuni – und ich besuchte auch einige Touristenattraktionen in Potosí.
Ich kam in Potosí am Sonntag, 3 März, an, und am Montag Morgen besuchte ich eines der „kooperativen“ Bergwerke, wo Silber abgebaut wird. Ich verstehe den Teil der Kooperative nicht wirklich gut, und unser Touristenführer hat das auch nicht so wirklich gut erklärt. Es hört sich fuer mich etwas merkwürdig an, dass die Bergarbeiter sich ihre eigenen Werkzeuge kaufen (einschließlich Dynamit), doch die Bergarbeiter arbeiten in kleinen Gruppen. Die Arbeitsbedingungen sind extrem schlecht – wenig Luft und Licht, eine extrem rudimentäre Bergwerks-Infrastruktur, und fragwürdige Arbeitssicherheitsvorkehrungen. Es gibt so einige Unfälle, und viele davon aufgrund von Gas wie z.B. Kohlenmonoxid.
Während der Tour gingen wir zuerst zum Bergarbeiter-Markt, wo die Bergarbeiter ihre Werkzeuge, ihr Dynamit, und auch 95% Alkohol zum trinken (in kleinen Portionen) kaufen. Danach ging es zu einem anderen Markt, im Koka-Blätter für die Bergarbeiter zu kaufen. Und am Ende ging es zum Bergwerk.

Ich musste nach einiger Zeit raus, da mir Klaustrophobie zu schaffen machte – aber ich kann mir nicht vorstellen, wie Menschen tagein und tagaus dort arbeiten können. Bis heute gibt es ca. 15.000 Bergarbeiter in Potosí, um Silber, Blei, und andere Mineralien abzubauen, die dann unter extrem primitiven Bedingungen in Potosí weiter verarbeitet werden, um dann auf dem Weltmarkt verkauft zu werden. In der Vergangenheit waren es die Spanier, die von diesem System profitierten – mit 8 Millionen Toten über drei Jahrhunderte. Heute sind es multinationale Konzerne, die die Mineralien aufkaufen, die unter diesen unvorstellbaren Bedingungen abgebaut werden.

Am nächsten Tag ging ich zur 'Casa de la Moneda' ('Haus der Münzen'), wo über Jahrhunderte Silber- und Goldmünzen hergestellt wurden – zuerst für das spanische Imperium, und später für den bolivianischen Staat. In der Casa de la Moneda gibt es ein paar Gemälde, doch im wesentlichen mehr oder weniger alte Maschinen für die Herstellung von Geldmünzen. Unglücklicherweise war die Tour nicht besonders gut, und vieles fehlte, wie z.B. der globale und ökonomische Kontext, aber na ja...

Am Mittwoch, 6. März, fuhr ich nach Sucre, der offiziellen Hauptstadt Boliviens, doch ist Sucre nicht de-facto die Hauptstadt (das ist La Paz, wo der Sitz der Regierung ist, doch gibt es in Sucre das Verfassungsgericht). Der Weg von Potosí nach Sucre ist beeindruckend – es geht viel hoch und runter, doch mehr bergab, denn Sucre liegt auf nur 2800m.
Das alte Stadtzentrum von Sucre ist sehr schön – viele Gebäude aus der Kolonialzeit. Ich verbrachte meine Zeit in Sucre damit, durch die Straßen zu spazieren und hier und dort einen Kaffee oder Saft zu trinken.

Ich kehrte nach Potosí mit der Idee zurück, mich am nächsten Tag wieder aufs Fahrrad zu setzen. Doch nachdem ich mit einigen Leuten geredet hatte – nicht zuletzt mit meinem Taxifahrer – entschied ich mich, nach Uyuni zu fahren, um den dortigen Salzsee zu besuchen. Und so fuhr ich am Donnerstag Mittag mit dem Bus nach Uyuni. Das war eine andere wunderschöne Reise mit beeindruckenden Ausblicken.

Am Freitag nahm ich an einer Tour des Salzsees teil, und es ist schwer, die Aussichten und Eindrücke zu beschreiben. Es war auch nicht wirklich möglich, diese auf Fotos festzuhalten. Trotzdem ist es besser, die Bilder sprechen zu lassen, als dass ich versuchen würde, etwas zu beschreiben. Nur zu Klarstellung: das Weiße ist nicht Schnee – sondern Salz.

Am Ende der Tour fuhren wir zum Zugfriedhof in der Nähe von Uyuni, wo viele Lokomotiven aus den Jahren 1880-1886 vor sich hin rosten. In der Vergangenheit wurden sie benutzt, um Mineralien von Pulacayo nach Calama in Chile zu transportieren. Schade, dass es in Bolivien heute nicht mehr Eisenbahnlinien gibt (oder in Lateinamerika insgesamt) ...

 

Tags:


Main menu 2

Blog | by Dr. Radut