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Von Mercedes nach San Javier/Puerto Viejo

Am 10. Januar hatte ich meinen bisher längsten Trip – mehr als 90km von Mercedes nach Puerto Viejo in der Nähe von San Javier am Rio Uruguay.

Wie üblich fuhr ich früh in Mercedes los. Da ich am Vortag endlich Alkohol für meinen Trangia-Brenner gefunden hatte, konnte ich mir jetzt einen Kaffee zum Frühstück machen, und fuhr dann los – wieder so um die 8 Uhr morgens. Leider konnte ich für den Campingplatz nicht bezahlen, da noch niemand im Büro war, und die anderen Mitarbeiter sagten mir, ich sollte einfach gehen … und so ging ich ohne zu zahlen.

 

Um aus Mercedes raus zu kommen, musste ich erst einmal über den Rio Negro, und nach der Brücke ging es einen sanften Hügel hoch. Kurz nach einer peaje bog ich rechts ab – das war schon die Ruta 24, doch an dieser Stelle nicht asphaltiert. Doch auf der Straße, auf der ich war, war mir zu viel Verkehr... und da war auch ein Schild „Paysandu“, doch auch ein zweites Schild „nicht nach Regen benutzen“, doch die Straße war verhältnismäßig gut, und mit wirklich viel weniger Verkehr – und außerdem war diese Route 10km kürzer.

Ich kam schnell zurück auf eine asphaltierte Straße – mit mehr Verkehr. Es gab eine Menge schwerer LKW, beladen mit Baumstämmen (in der Gegenrichtung), oder auf Leerfahrt zurück. An diesem Tag nutzte ich meine Rückspiegel wirklich gut.

Der Wind war an dem Tag wesentlich stärker, und wie immer beim Radfahren kam der Wind aus der falschen Richtung. Trotzdem, ohne den Wind wäre das Radfahren wegen der Hitze unmöglich gewesen. So war ich auf eine Art froh über den Wind.

Ich kam schnell zur Abzweigung nach Nuevo Berlin, wo ich ursprünglich abbiegen wollte, um dort die Nacht zu verbringen. Doch hatte ich meinen Plan geändert und entschieden, nach San Javier oder genauer Puerto Viejo zu fahren – ein wesentlich längerer Trip, doch von da ist es dann kuerzer nach Paysandu. Und so ignorierte ich die Abzweigung nach Nuevo Berlin und fuhr weiter auf der Ruta 24 in Richtung Norden.

 

Ich wurde langsam müde, und die Hitze trug dazu ebenfalls bei. Irgendwann ging die Straße durch Eukalyptus-Plantagen, und dann, kurz vor meiner geplanten Pause – bei Tres Bocas, der Abzweigung nach Young, wo ich wusste, dass dort eine Tankstelle ist – sah ich auf der rechten Seite einen Parador, und entschied mich, anzuhalten (wesentlich netter als die Tankstelle). Und es war nett. Ich kaufte mir eine Mirinda (ein Zitronen/Orangen Soft-Drink aus Uruguay), und dann packte ich meine Sachen fürs Mittagessen aus – es gab dort leider nichts vegetarisches, doch brachten sie mir einen Teller und eine Gabel. Ich hatte noch gekochte Eier, Käse und Brot, und eine zwei Mirinda zum Mittagessen.

Ich hatte aber wenig Lust auf eine siesta, und so brach ich nach 45 Minuten wieder auf. Es gab dort leider kein Wasser, und sie hielt ich nach 1km an der Tankstelle noch einmal an, um meine Wasserflachen wieder aufzufüllen, und machte mich dann an die letzten 25km. Der Zucker der Mirinda (und vielleicht auch die Pause) hatten mir neue Energie gegeben, und so war es trotz der Hitze nicht zu anstrengend. Nach 10km erreichte ich die Abzweigung bei Tres Quintas – dort musste ich nach San Javier und Puerto Viejo abbiegen (gut ausgeschildert). Ein Schild sagte, dass es weitere 14km sind … das wusste ich, doch es war eine kleine und sehr ruhige Straße.

 

Ich war froh, als ich San Javier erreichte, dass in der Mittagshitze wie tot erschien. Ich sah ein Schild nach Puerto Viejo, und folgte der Richtung – weitere 3-4km, die ich nicht eingeplant hatte. Trotzdem kamen mir diese nicht so anstrengend vor wie die letzten 10km vor der Mittagspause, und so kam ich recht schnell in Puerto Viejo an. Dort gibt es einen schönen Campingplatz, einen Parador, und nicht viel mehr (außer dem sehr schönen Rio Uruguay). Ich baute mein Zelt auf und ging dann im Fluss schwimmen.

Den Rest des Tages verbrachte ich auf dem Campingplatz – ausruhen, Musik hoeren, Waesche waschen (nicht viel), ein weiterer Kaffee (wiederum auf meinem Camping-Kocher), noch mehr ausruhen und Abendessen (selbst gekocht).

 

Ich entschied mich, einen weiteren Tag in Puerto Viejo zu bleiben, da ich dachte, nach den 90+ km Radfahren des Vortages könnte ich eine Pause gebrauchen. Und dies war ein sehr ruhiger Ort fuer eine Pause, wenn auch mit wenig, was man unternehmen konnte

Am nächsten Tag fuhr ich am Morgen nach San Javier, um das Dorf etwas zu erkunden, und etwas einzukaufen. Es gab auch dort nicht viel, und so machte ich meine Einkäufe und fuhr zurück nach Puerto Viejo. Ich versuchte, ein paar Emails über die unstabile Internetverbindung meiner argentinischen SIM-Karte zu verschicken, doch mit nicht zu viel Erfolg. Und so muss das Hochladen dieses Blog-Beitrages bis Paysandu warten.

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Blog | by Dr. Radut