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Queeres

Tanz und Revolution - Tanz statt Revolution?

Ketzerische Nachbetrachtungen zum Christopher Street Day in Oldenburg

12-15.000 Schwule und Lesben (und FreundInnen) beteiligten sich in diesem Jahr am CSD und zogen unter dem Motto "normal gibt’s nicht" in einem bunten Zug durch die Stadt - oder vielmehr tanzten. Zahlreiche Menschen schauten sich dieses Spektakel, das eigentlich auch eine Demonstration sein sollte, an. Politische Forderungen waren jedoch kaum zu sehen, es ging irgendwie um Schwule und Lesben, und auf viel mehr hätten sich die an dieser "Parade" Beteiligten wohl kaum einigen können. Ein Erfolg also?

 

Kollektive Identitäten: Falle oder Mittel zum Empowerment?

Kollektive Identitäten – „wir" als ‘queers’, als was für eine Gruppe auch immer – werden häufig als empowerernd angesehen, indem sie ein Gefühl der Zugehörigkeit bieten. Auf der anderen Seite produzieren kollektive Identitäten durch ihre Existenz neue Grenzen des ‘drinnen’ und ‘draussen’, und neue Normen des Verhaltens, die die Freiheit der Menschen, zu sein und zu tun, einengen. Nicht nur können Identitäten disempowerend sein, sie können auch das Leben von Menschen bedrohen, wie nationalistische und homophobe Angriffe zeigen.

Frauen sollen die Effizienz der Tötungsmaschine erhöhen

Bringt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes mehr als eine Feminisierung Tucholsky's?

Am 11. Januar entschied der Europäische Gerichtshof, dass der Ausschluss von Frauen aus der Bundeswehr nicht mit EU-Recht vereinbar ist. Relativ einheitlich wurde das Urteil in der Presse und von PolitikerInnen als Erfolg für die Gleichberechtigung der Frauen begrüsst. Doch bringt das Urteil wirklich mehr als eine Feminisierung Tucholsky's? Zweifel sind angebracht. (Red.)

"Gender" oder: was haben Körpersprache und Militarismus miteinander zu tun?

"Es gibt kein anderes persönliches Identitätsmerkmal in unserer Kultur, das einen vergleichbar gravierenden Einfluß auf das alltägliche Verhalten und die symbolische Selbstdarstellung und Kommunikation von Individuen hat, wie das Merkmal Geschlecht."
Gitta Mühlen Achs

Schwul-lesbische Heimkehr in die Bürgerlichkeit?

Das geplante Rechtinstitut für schwule und lesbische PartnerInnenschaften steht im Widerspruch zu emanzipatorischer Politik

Schwules Gejammer


Eike Stedefeldts Lamentieren über das Fehlen einer radikalen Schwulenbewegung

Gerhard Schröder (SPD) verspricht im Wahlkampf die Einführung eines Rechtsinstituts für schwule/lesbische PartnerInnenschaften, um somit die schwul/lesbischen WählerInnen zu gewinnen. Ebenfalls kurz vor der Wahl hat das rot-grüne Hamburg als rein symbolischen Akt die standesamtliche Eintragung homosexueller PartnerInnenschaften - ohne jede rechtliche Bedeutung - eingeführt. Alles klar also mit der Gleichstellung von Lesben und Schwulen?

Militarismus und Männlichkeit

»Die Frage des menschlichen Überlebens verlangt von uns, im Angesicht eines
globalen Rüstungswettlaufs und weit verbreiteter Zerstörung der Umwelt,
das Spiel der sozialen Kräfte, in dem soziales Geschlecht eine wesentliche Rolle spielt, zu verstehen.«

Robert W. Connell

 

»Ob er nun in Kroatien, Bosnien, Serbien, in Indochina oder Uzbekistan kämpft,
ob Befreiungskämpfer oder Imperialist, der Krieger vergewaltigt Frauen. Er fühlt es in seinem Kopf, in seinem Gewehr und in seinem Sexualorgan: die Zivilisation ermutigt ihn, genau das zu tun. ...
Es geht weniger um die ‘Wiederherstellung’ des Kriegers,
denn um die Selbstvergewisserung der eigenen Macht, und die Befriedigung des Gefühls, zu den wahren Männern zu gehören.«

Lepa Mladjenovic

 

Feministische Analysen zeigen deutlich das Bild des Mannes als "Krieger", des Soldaten als Vergewaltigers. Es gilt mittlerweile im Antimilitarismus als Allgemeingut, daß Krieg und Vergewaltigung, Militär und Prostitution untrennbar zusammengehören. Damit hört die Analyse bei männlichen Antimilitaristen häufig auch schon auf, und es scheint ein leichtes, sich von einem solchen "Bild des Mannes", wie es z.B. von Klaus Theweleit als Bild des faschistischen Mannes beschrieben ist, zu distanzieren und sich somit weiterer Beschäftigung mit Männlichkeit zu entledigen. Die Rolle des sozialen Geschlechtes (gender) innerhalb des Militarismus wird dagegen kaum thematisiert, obwohl doch diese Gewalt fast ausschließlich von Männern ausgeht.

Mühsams Eiertanz um die "Homosexualität"

Über Mühsams unbekannte Schrift "Die Homosexualität"
aus Graswurzelrevolution, Oktober 1996

Überrascht war ich, als ich bei einem Streifzug durch die örtliche linke Buchhandlung im Regal "Schwulenliteratur" Erich Mühsams Streitschrift zur Homosexualität entdeckte. Von der Existenz einer solchen war mir bisher nichts bekannt, und das, obwohl diese Streitschrift Mühsams erste selbstständige Veröffentlichung war.

Die Homophobie der Linken

Schwule Emanzipation und linke Vorurteile
Detlef Grumbach (Hrsg.): Die Linke und das Laster. Schwule Emanzipation und linke Vorurteile. Männerschwarmskript, Hamburg 1995, 186 S., 28 DM

‘Nebenwiderspruch’ Homosexualität?

Auch der Anarchismus hatte und hat so seine Probleme mit dem ‘Laster’

Der Anarchismus propagiert die Freiheit des/der Einzelnen als oberstes Ziel. Das Individuum ist ihm Ausgangsbasis und Bezugspunkt für die aufzubauende freie Gesellschaft – und für den Weg dorthin. Nicht ohne Grund wurde die ‘freie Liebe’ – auch wenn sie in der Regel gründlich mißverstanden wurde – gerade von AnarchistInnen am vehementesten propagiert. Müßte da nicht – konsequenter Weise – der homosexuellen Liebe gerade unter AnarchistInnen aufgeschlossen begegnet worden sein? Doch ganz so einfach ist es leider nicht. (Red.)

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