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Von Amaicha del Valle nach Cafayate

Heute verließ ich Amaicha del Valle. Doch zuerst will ich etwas über meinen Aufenthalt in Amaicha und im Pacha Cuty Hostel schreiben.

Ich kam in Amaicha del Valle während der jährlichen Fiesta de la Pachamama an, was ein bisschen wie die indianische Version des Karnevals ist, aber natürlich durch die katholische Kirche beeinflusst. Wahrend der Fiesta de la Pachamama kommen viele Leute nach Amaicha del Valle, und so ist es schwierig, Übernachtung zu finden. Ich hatte am Tag vorher eine SMS an das Pacha Cuty Hostel geschickt, und die hatten mir geantwortet, dass ich einfach kommen sollte, und dann würden wir sehen.. Ich kam am Samstag nach Mittags in Amaicha an, und fuhr direkt zum Hostel. Es gab dort kein Bett mehr, aber einen Platz auf dem Boden für meinen Schlafsack, und das reichte mir vollkommen aus. Das Pacha Cuty Hostel ist ein ruhiger Ort, aber wichtiger ist, dass es sich mehr wie ein Gemeinschaftsort anfühltwesentlich mehr als alle anderen Hostels, in denen ich bisher untergekommen bin. Am Samstag gab es gemeinsames Grillen, und auch unter den Leuten, die dort untergekommen waren, gab es so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl.

Am Sonntag ging ich gegen Mittag zum zentralen Platz von Amaicha del Valle, für die Präsentation und Zelebrierung der Pachamama. Pachamama wird überlicherweise als Mutter Erde übersetzt, doch eine exaktere Übersetzung wäre „Mutter Welt“ (in Aymara und Quechua mama = Mutter / pacha = Welt oder Land; und später erweitert im modernen Gebrauch in der Bedeutung von Kosmos oder Universum).

Sie hatten als Pachamama des Jahres 2013 eine alte Frau ausgewählt, und sie wurde während der Feierlichkeiten präsentiert. Sie hielt auch eine kleine Rede über die Wichtigkeit von Traditionen und des Schutzes der Erde und des Friedens. Nach der Präsentation der Pachamama gab es noch eine Menge Reden (zu viele für meinen Geschmack) gab es eine kleine Parade anderer indianischer Gruppen und/oder von Gauchos.

Die Idee von Karneval in Argentinien beinhaltet, sich gegenseitig mit Schaum und auch mit Farbe zu beschmeißen, und das ist, was Spaß haben bedeutet. Ich bin mir da nicht so sicher. Ich konnte die Farbe am Mittag vermeiden, aber nicht mehr, als ich am Nachmittag noch einmal zum zentralen Platz ging. So wirklich gefallen hat mir das nicht!

 

In der Nacht gab es ein heftiges Gewitter, und auch die Leute, die vor dem Hostel gezeltet hatten, kamen nun in den Gemeinschaftsraum um zu schlafen. Am nächsten Tag fuhr ich nicht so früh los – um ca. 9:30 Uhr morgens – um zu den Ruinen von Quilmes zu fahren. Um dorthin zu kommen musste ich erst einmal in das Tal runter fahren, mit beeindruckenden Ausblicken auf die Berge auf der anderen Seite des Tales.

Aufgrund der Gewitter der letzten zwei Tage gab es teilweise ziemlich viel Wasser, und ich musste einige „Flüsse“ durchqueren. Ich tat das normalerweise schiebend, denn ich konnte den Grund nicht sehen, und die Strömung war auch ziemlich stark.

Die Ruinen von Quilmes sind mehr oder weniger 5km von der RN40 entfernt, entlang einer nicht asphaltierten Straße. Ich fuhr bis zum Eingang der Ruinen oder der „heiligen Stadt“, wie die IndianerInnen sie nennen, und stellte mein Fahrrad bei den Touristenführern ab. Die Ruinen sind ziemlich beeindruckend – Ruinen einer Stadt von mehr als 4000 Menschen, die von den Spaniern erobert und zerstört wurde. Doch noch beeindruckender ist der Ausblick über das Tal von den Ruinen.

Nach meinem Besuch der heiligen Stadt trank ich eine Limonade, und kehrte zur RN40 zurück, um nach Calalao del Valle zu fahren. Doch als ich in Calalao ankam entschied ich mich, bis nach Cafayate weiter zu fahren, wo es mehr Infrastruktur gibt. Die letzten 15km bis nach Cafayate waren hart, denn der Wind hatte gedreht, und jetzt wehte ein starker Wind von vorne.

Ich kam in Cafayate so um die 3 Uhr nachmittags an, und fuhr zu einem Hostel. Ich ruhte mich etwas aus, trank ein Bier und duschte, und jetzt schreibe ich etwas.

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Blog | by Dr. Radut