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Medellín – und der Anfang meiner Fahrradtour

Ich kam in Medellin am Mittwoch, 9. August, am Abend an. Es gab eine lange Schlange vor der Passkontrolle, doch danach war dann das Gepäck auch schon da, einschliesslich mein Fahrrad. Ich hatte mir etwas Sorgen gemacht ob es denn einfach wäre, ein Taxi zu finden, das gross genug für mein Fahrrad ist, aber das war am Ende überhaupt kein Problem. Und so war ich schon bald auf dem Weg nach Medellin, wo ich bei einem Freund übernachtete. Ich war sehr müde, und konnte mich nicht mehr dazu aufraffen, irgendwas mit dem Fahrrad zu machen. Wir unterhielten uns etwas, und ich ging früh zu Bett.

In meiner ersten Nacht konnte ich von einem der ärmeren Stadtteile weiter oben in den Bergen Schüsse hören – höchstwahrscheinlich ein Kampf um die Kontrolle des lukrativen Drogenhandels im Stadtteil. 

Ich blieb ein paar Tage in Medellin. Am nächsten Tag packte ich erst einmal mein Fahrrad aus und überprüfte, ob auch alles funktioniert, doch alles war in Ordnung. Ich musste nur die Bremsen am Vorderrad etwas neu einstellen – weiter nichts.

Ich verbrachte meine Tage teilweise mit FreundInnen, teilweise erkundete ich Medellin allein (es war nicht mein erster Besuch in der Stadt). An einem Tag fuhr ich mit dem Fahrrad ins Stadtzentrum, auch um zu sehen ob wirklich alles gut funktioniert, und um mich an den Verkehr in der Stadt zu gewöhnen. Medellín ist eine Stadt mit drei Millionen EinwohnerInnen (offiziell), und liegt in einem tiefen Tal, mit hohen Bergen auf beiden Seiten. Die ärmeren Stadtteile befinden sich höher an den Berghängen, und häufig handelt es sich um illegale und schlecht gebaute Gebäude. Weiter unten im Tal liegen die Stadtteile der besser bemittelten – doch jetzt werden auch neue Apartment-Hochhäuser in den unteren Bereichen der Berghänge konstruiert.

Am Sonntag brach in endlich aus Medellín auf. Es war ein glücklicher Zufall, dass ich den Sonntag gewählt hatte, denn an jedem Sonntag wird ein Teil der Autobahn, die von Nord nach Süd durch die Stadt geht, geschlossen und in eine Fahrradstrasse verwandelt. Ich hatte mir wegen des Verkehrs doch etwas Sorgen gemacht, doch die Fahrradstrasse erlaubte es mir, aus der Stadt herauszuradeln ohne mit dem Verkehr konfrontiert zu sein. Nach dem Verlassen der Stadt war auf der „Autobahn“ (Fahrräder erlaubt) auch nicht zu viel Verkehr, und es waren viele RadfahrerInnen unterwegs (SportradlerInnen – ich sah nicht eine/n FahrradfahrerIn mit Gepäck). Und so war es recht einfach bis zur Abfahrt kurz vor Barbosa zu kommen, wo die Route 25 von der Autobahn abzweigt und den Berg hochgeht, Richtung Küste. Mein Ziel für den Tag war Don Matias, 50km von Medellín entfernt und etwa 20km von der Abfahrt – fast 20km bergauf (900m). Der Aufstieg war anstrengend, und manchmal war der Verkehr – insbesondere der LKW-Verkehr – doch ziemlich lästig, doch ich habe mich nie gefährdet gefühlt.

An einem Aussichtspunkt mit beeindruckendem Ausblick hielt ich an um Mittag zu essen, und danach absolvierte ich die letzten 6km nach Don Matias. Es war recht einfach, dort ein Hotel zu finden (Hotel Las Orquídeas im Zentrum des Dorfes – empfehlens- und preiswert). Es gibt im Dorf nicht viel zu sehen, und für einen längeren Spaziergang fehlte mir die Energie... 

 



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Blog | by Dr. Radut